
Sergio Garcia will seinen LIV-Vertrag vor Gericht auflösen lassen. Nach der Insolvenz der Liga wenden sich offenbar immer mehr Stars ab.
Garcia zieht vor das Insolvenzgericht
Sergio Garcia will offiziell aus seinem Vertrag mit LIV Golf entlassen werden. Über seine Gesellschaft Even Par hat der Spanier beim US-Insolvenzgericht für den District of New Jersey einen Antrag eingereicht. Das Gericht soll klarstellen, dass sein Vertrag bereits beendet ist oder sofort gekündigt werden kann. Bekannt wurde der Antrag am 1. Oktober 2026.
Garcias Anwälte begründen den Schritt damit, dass Sponsoren und Turnierveranstalter womöglich zögern würden, mit Garcia zusammenzuarbeiten, weil er nicht zusichern könne, frei von konkurrierenden vertraglichen Verpflichtungen zu sein. Hinzu komme, dass seine Karriere als Profi „endlich" sei. Gleichzeitig betont Garcias Seite, dass der Antrag eine „künftige Beziehung zu einem Nachfolgeunternehmen" aus der Restrukturierung von LIV nicht ausschließe.
Kehrtwende binnen weniger Monate
Für Garcia ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende. Im Dezember 2023 unterzeichnete er einen Vertrag mit LIV Golf Jeddah über rund 25 Millionen US-Dollar. „Ja, ich freue mich riesig, für die nächsten vier Jahre erneut bei LIV und meinem Team unterschrieben zu haben", sagte er damals. Ob er nun eine Rückkehr auf die PGA Tour oder andere Optionen anstrebt, ist offen.
LIV Golf in der Insolvenz
Am 8. September 2026 beantragte LIV Golf beim Insolvenzgericht in New Jersey Gläubigerschutz nach Chapter 11. Laut dem Insolvenzantrag stehen geschätzten Vermögenswerten von 100 bis 500 Millionen US-Dollar Verbindlichkeiten von 500 Millionen bis einer Milliarde Dollar gegenüber. Den 27 größten Gläubigern schuldet LIV laut Golf Channel mehr als 64 Millionen Dollar. Davon entfallen nach Angaben von Golf Digest rund 45 Millionen auf aktuelle und ehemalige Spieler.
Unter den Spielern ist Jon Rahm der größte Gläubiger: LIV schuldet ihm rund 20 Millionen Dollar. Es folgen Bryson DeChambeau mit rund 20 Millionen Dollar sowie Dustin Johnson und Cameron Smith. Der Restrukturierungsplan sieht eine Finanzierung durch BC Partners vor. Die Spieler sollen danach die Mehrheit an der neu aufgestellten Gesellschaft halten. Der Insolvenzantrag enthält zudem den Vorschlag, bestehende Spielerverträge aufzulösen. Garcias Antrag beschleunigt diesen Schritt.
Droht der Massenexodus?
Garcia dürfte nicht der Einzige sein, der sich abwendet. Rory McIlroy sagte nach dem Insolvenzantrag einen „Massenexodus" voraus. Laut Golf Magic haben sich Insider mit seinem Abschied „fast schon abgefunden". DeChambeau ist Berichten zufolge noch unentschlossen, wie Golfjournalist Alan Shipnuck schreibt. Mehrere Spieler sollen in internen Nachrichten erklärt haben, mit LIV Golf „fertig" zu sein.
Rahm, DeChambeau und Smith hatten das Returning Member Program der PGA Tour zwar Anfang des Jahres abgelehnt. Seit der Insolvenz hat sich die Lage aber grundlegend geändert.
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